Albert-Schweitzer-Schule

55232 Alzey

 

Albert Schweitzer in Lambarene
(Bild im Treppenhaus der Schule)

Albert Schweitzer 

Albert Schweitzer wurde am 14. Januar 1875 in Kaysersberg im Elsass geboren. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach Günsbach, einem kleinen Dorf im Münstertal. Sein Vater war dort Pfarrer

In der Schule

Mit einer Schiefertafel unter dem Arm sollte der kleine Albert eines Tages zur Schule gehen. Er wollte aber nicht und fing an zu weinen, obwohl sein Vater ihm erklärte, dass alle Kinder in die Schule gehen müssen. Albert wollte aber nichts lernen. Er wusste nicht, was die Schule ihm bringen sollte. Der Vater schob ihn aber einfach zur Tür hinaus und so lief Albert weinend mit den andern Jungen des Dorfes zur Schule. Am nächsten Tag hatte Albert zwar keine Angst mehr, aber Spaß machte ihm die Schule nicht. Er lernte nur mit Mühe Lesen und Schreiben.

Albert litt darunter, bei seinen Klassenkameraden als etwas Besseres zu gelten, weil er als Sohn des Pfarrers feinere Kleider trug, Klavierspielen lernen durfte und zweimal in der Woche Fleisch zu essen bekam. Eines Tages nahm er sich deshalb vor, nie mehr Fleischsuppe zu essen und sich nicht besser zu kleiden als die anderen Dorfbuben mit ihren geflickten Hosen und Jacken.

Das Vogelschießen

An einem Sonntag kam sein Freund Heinrich und wollte mit Albert auf dem Rebberg Vögel abschießen. Aber Albert wollte nicht mitgehen. Wozu sollte er Vögel abschießen? Im Religionsunterricht hatte er gerade die zehn Gebote gelernt, auch das Gebot „Du sollst nicht töten!“. Aber er wollte kein Feigling sein und ging mit. Sie pirschten sich an einen Baum heran, auf dem einige Vögel saßen, und Heinrich legte einen Stein in die Lederlasche seiner Schleuder. Er spannte das Gummi und zielte. Albert sollte es ebenso machen. „Tu es nicht!“, glaubte Albert eine innere Stimme zu hören. Er legte trotzdem einen Stein in seine Schleuder, nahm sich aber fest vor, daneben zu schießen. Gerade als Heinrich abziehen wollte, begannen die Glocken der Kirche zu läuten, um die Leute zum sonntäglichen Gottesdienst einzuladen. Für Albert war es ein Zeichen. Er warf seine Schleuder weg und verscheuchte die Vögel. An diesem Tag war Albert sehr glücklich. Er hatte nicht gemacht, was ein anderer ihm befohlen hatte und kein Vogel war zu Schaden gekommen.

Das Denkmal in Colmar

Die steinerne Figur eines Afrikaners auf einem Denkmal in der Stadt Colmar machte auf den kleinen Albert großen Eindruck, vor allem der traurige Ausdruck in dessen Gesicht. Jedes Mal, wenn Albert mit seiner Mutter zum Einkaufen in Colmar war, wollte er an diesem Denkmal vorbeigehen. Immer wieder fragte er: „Warum sieht der Mann so traurig aus?“ „Weil er Hilfe braucht. Die Menschen in Afrika müssen unter vielen Krankheiten leiden“, lautete die Antwort der Mutter. „Aber hilft denn niemand den Afrikanern?“, fragte Albert weiter. „Doch, es gibt viele Missionare, die ihnen helfen. Aber es sind viel zu wenig, die diesen Dienst tun!“

Das Orgelspielen

Die Kirchenorgel hatte Albert schon als Kind fasziniert. Mal tönte sie wie eine Flöte, mal wie eine Klarinette oder eine Trompete, mal zart und leise und mal laut wie ein ganzes Blasorchester. Obwohl seine Beine jetzt noch zu kurz waren, um die Pedale der Orgel zu spielen, lernte er eifrig das Orgelspielen. Vieles kannte er ja schon vom Klavier. Vor allem begeisterte ihn die Musik von Johann Sebastian Bach.